Mit einem überzeugenden 5,5:2,5-Auswärtssieg beim SC Ellwangen ist die dritte Mannschaft der SG Schwäbisch Gmünd erfolgreich in ihre erste Saison in der Bezirksliga Ostalb gestartet. Nach dem Aufstieg aus der Bezirksstaffel West war von Beginn an klar, dass die Mannschaft in der neuen Spielklasse vor deutlich anspruchsvolleren Aufgaben stehen würde. Umso wichtiger war es, gleich zum Saisonauftakt gegen einen direkten Konkurrenten die ersten beiden Mannschaftspunkte einzufahren.
Mannschaftsführer Andreas Strohmaier, zugleich 1. Vorsitzender der SG Schwäbisch Gmünd, konnte mit dem Auftritt seiner Mannschaft entsprechend zufrieden sein. Die Begegnung verlief an mehreren Brettern lange ausgeglichen, ehe sich die Gmünder nach und nach entscheidende Vorteile erarbeiten konnten.
Starker Auftakt an den Spitzenbrettern
An Brett 1 zeigte Kabishan Logendran gegen den mit 1855 DWZ leicht höher eingestuften Szebasztián Sejer eine sehr solide Partie. Logendran verbesserte seine Stellung Zug um Zug und brachte seinen Gegner zunehmend in Bedrängnis. Mit geduldigem und kontrolliertem Spiel übernahm er immer mehr die Initiative und dominierte die Partie schließlich bis zum verdienten vollen Punkt.
Auch Roland Macho erwischte an Brett 2 einen erfolgreichen Start in die neue Saison. Gegen Benjamin Vitek, der mit 1643 DWZ deutlich niedriger eingestuft war, setzte sich Macho letztlich souverän durch und holte den zweiten Gmünder Sieg.
An Brett 3 bekam es Enes Akyüz mit Simon Rueß zu tun. Trotz eines deutlichen DWZ-Vorsprungs blieb die Partie lange offen. Beide Seiten hatten ihre Möglichkeiten, ohne dass sich ein entscheidender Vorteil herausbildete. Am Ende stand ein leistungsgerechtes Remis.
Cengizhan Sahin musste an Brett 4 gegen Michael Müller ebenfalls lange um die Punkteteilung kämpfen. Die Partie war über weite Strecken ausgeglichen und bot Chancen auf beiden Seiten. Letztlich konnte keiner der beiden Spieler den entscheidenden Vorteil erzielen und auch diese Partie endete remis.
Geduld zahlte sich aus
Eine besonders geduldige Vorstellung zeigte Sobisan Logendran an Brett 5. Gegen Tobias Weik ließ er sich von der zunächst ausgeglichenen Stellung nicht aus der Ruhe bringen. Schritt für Schritt erhöhte er den Druck und konnte seinen Gegner schließlich vom Mittelspiel bis in ein für ihn verlorenes Endspiel drängen. Der verdiente Lohn war der volle Punkt.
Nicht nach Plan verlief dagegen die Partie von Fabian-Gabriel Kerestely an Brett 6. Gegen Edward Jost war die Partie bereits früh deutlich entschieden, nachdem Kerestely eine Figur ohne ausreichende Kompensation eingestellt hatte. Der daraus entstandene Rückstand ließ sich nicht mehr aufholen.
Für den vierten Gmünder Sieg sorgte Achim Frank an Brett 7. Gegen Raphael Schulz konnte Frank seine größere Erfahrung und die höhere Wertungszahl nutzen und setzte sich am Ende sicher durch. Damit war der Mannschaftssieg bereits unter Dach und Fach.
Ein besonderes Spiel erlebte Mannschaftsführer Andreas Strohmaier an Brett 8. Sein Gegner Gregor Sieber verfügte noch über keine eingetragene DWZ, weshalb eine Einschätzung seiner Spielstärke vor der Partie schwierig war. Sieber spielt allerdings bereits seit vielen Jahren Schach, bislang jedoch nicht in einem Verein.
Mit den schwarzen Steinen geriet Strohmaier zunächst deutlich ins Hintertreffen und lag zeitweise sogar drei Bauern zurück. Statt die Partie aufzugeben, kämpfte er sich jedoch mit Erfahrung und geduldigem Spiel Schritt für Schritt zurück. Schließlich konnte er den Rückstand ausgleichen und einigte sich mit seinem Gegner auf Remis.
Damit stand am Ende ein deutliches 5,5:2,5 für die SGEM 3 auf dem Spielbericht.
Realistisches Ziel: Erst einmal die Klasse halten
Der Blick auf die Bezirksliga zeigt allerdings, dass die Mannschaft trotz des gelungenen Auftakts mit realistischen Erwartungen in die Saison gehen sollte. Als Aufsteiger ist das erste und wichtigste Ziel der Klassenerhalt.
Die Gmünder Stammaufstellung kommt auf einen Durchschnitt von knapp 1.795 DWZ. Damit verfügt die SGEM über eine konkurrenzfähige Mannschaft, gehört nach der Papierform aber nicht zu den stärksten Teams der Liga. Vor allem der SV Crailsheim ist nominell deutlich stärker besetzt und geht mit einem Stammachter von durchschnittlich rund 1.900 DWZ als klarer Favorit in die Saison. Auch der SC Bopfingen liegt mit knapp 1.850 DWZ über der Gmünder Mannschaft. Leinzell ist ebenfalls etwas stärker einzuschätzen, während Tannhausen ungefähr auf Augenhöhe liegt, allerdings mit einem sehr starken Spitzenbrett.
Gerade deshalb wäre es falsch, den Blick nach einem einzigen Spieltag bereits auf die vorderen Tabellenplätze zu richten. Die Bezirksliga ist für die Gmünder Mannschaft in erster Linie eine neue sportliche Herausforderung. Das Team muss sich an das höhere Niveau gewöhnen und wird im Laufe der Saison vor allem gegen die Mannschaften aus dem unteren und mittleren Tabellenbereich seine Punkte holen müssen.
Die Mannschaft besitzt dabei durchaus einige Trümpfe. Roland Macho bringt mit 1940 DWZ viel Erfahrung und Spielstärke an Brett 2 mit. Achim Frank ist mit 1886 ebenfalls stark besetzt und kann an den vorderen Brettern wichtige Punkte beisteuern. Kabishan Logendran hat bereits am ersten Spieltag gezeigt, dass er auch gegen Spieler oberhalb seiner eigenen Wertungszahl sehr gut mithalten und gewinnen kann. Dahinter ist die Mannschaft vergleichsweise ausgeglichen besetzt.
Genau diese Ausgeglichenheit könnte im Kampf um den Klassenerhalt ein wichtiger Faktor werden. Wenn an den vorderen Brettern regelmäßig Punkte gesammelt werden und gleichzeitig an den Brettern 3 bis 8 die Partien eng gehalten und die eigenen Chancen genutzt werden, sollte die SGEM 3 in der Lage sein, die für den Klassenerhalt notwendigen Mannschaftspunkte zu sammeln.
Ein Platz im gesicherten Mittelfeld wäre unter diesen Voraussetzungen bereits ein sehr gutes Ergebnis für die erste Bezirksliga-Saison. Sollten sich im Saisonverlauf darüber hinaus Chancen auf einen vorderen Tabellenplatz ergeben, würde man diese in Gmünd natürlich gerne mitnehmen. Realistisch betrachtet wäre das aber eher eine erfreuliche Überraschung als das vor Saisonbeginn formulierte Ziel.
Wichtiger Auftaktsieg gegen einen direkten Konkurrenten
Umso wertvoller ist der Erfolg in Ellwangen. Mit 5,5:2,5 konnte die SGEM nicht nur zwei Mannschaftspunkte einfahren, sondern gleichzeitig einen direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt auf Distanz halten.
Nach dem ersten Spieltag steht Gmünd damit mit 2:0 Mannschaftspunkten und 5,5 Brettpunkten auf dem vierten Tabellenplatz. Die Tabellenposition ist zu diesem frühen Zeitpunkt allerdings nur eine Momentaufnahme. Crailsheim startete mit einem beeindruckenden 7,5:0,5 gegen Welzheim, Bopfingen gewann 6:2 gegen Sontheim und auch Leinzell kam zu einem klaren 5,5:2,5 gegen Grunbach. Tannhausen setzte sich mit 4,5:3,5 gegen Waldstetten durch.
Nun richtet sich der Blick auf den ersten Heimauftritt
Bereits in zwei Wochen steht für die SGEM 3 der erste Heimkampf auf dem Programm. Am 11. Oktober empfängt die Mannschaft im Haus des Handwerks die vierte Mannschaft des SK Sontheim/Brenz.
Auch hier geht es wieder um wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt. Sontheim musste zum Saisonauftakt gegen Bopfingen eine deutliche 2:6-Niederlage hinnehmen und wird entsprechend motiviert nach Schwäbisch Gmünd kommen. Für die Gmünder bietet sich dagegen die Gelegenheit, den gelungenen Saisonstart vor heimischem Publikum zu bestätigen und den nächsten wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt zu machen.
Die Mannschaft hat in Ellwangen gezeigt, dass sie in der Bezirksliga mithalten kann. Jetzt gilt es, diese Leistung auch zu Hause auf das Brett zu bringen.