Sensationssieg in Böblingen

Schachgemeinschaft gewinnt beim Bundesligaabsteiger mit 4,5:3,5

(ta) Nach drei Runden, die nur hohe Niederlagen gebracht hatten, kann sich das Oberligateam der Schachgemeinschaft (9:7) in Runde acht wieder über ein Erfolgserlebnis freuen. Und was für eins! Gegen den Absteiger aus der zweiten Bundesliga und aktuellen Aufstiegsfavoriten gelang in Böblingen (12:4) ein nie erwarteter 4,5:3,5-Sieg.

„Wir hatten ein paar gute Partien und einmal auch ein wenig Glück gehabt, aber über die ganze Zeit gut mithalten können“, meinte der zufriedene Teamchef Andreas Weiss. Das ist erstaunlich, weil Böblingen mit einer Spielstärke von 2212 den Gmündern (2120) deutlich überlegen war – die Erfolgsaussichten lagen deshalb ungefähr bei zwei Partiepunkten.
Außerdem hatte es alles andere als gut angefangen. Ein Gmünder verpasste den Zug und konnte nicht mehr rechtzeitig da sein, wodurch unser Team 0:1 hinten lag. Doch Brett-Eins-Spieler Petr Velicka (2393) konnte bald ausgleichen. In seiner Partie mit Valentin Kuklin (2332) hatte er durch ein Damenopfer Vorteile erspielt, die zum Sieg reichten. Nun einigten sich Jewgeny Denisow (2103) und der Böblinger Thanh Kein Tran (2071) in ausgeglichener Stellung auf Remis. Recht stark spielte Gmünds Jüngster, Arno Reindl (1954), der in einer taktischen Stellung gegen Peter Bauer (2132) problemlos das Unentschieden schaffte. Josef Jurek (2268) brachte durch seinen Partiegewinn gegen David Ortmann (2310) sein Team mit 3:2 in Führung. Von Beginn an hatte er den besseren Plan und siegte im Endspiel. Mit dem Rücken zur Wand spielte Andreas Hönick (2086), der gegen Karsten Schuh (2172) einen Qualitätsverlust hinnehmen musste. Doch Andreas kämpfte weiter und holte durch ein Dauerschach die Punkteteilung – 3,5:2,5.

Gerd Bader (2026) war gegen Erhard Frolik (2243) bald unter Druck geraten und musste später einen Freibauern zulassen, der zum Partiegewinn für den Böblinger führte, der damit zum 3,5:3,5 ausglich. Zu diesem Zeitpunkt war aber schon klar, dass Teamchef Andreas Weiss (2146) seine Partie gegen Branimir Vujic (2263) gewinnen würde. Er war von Anfang an gut im Spiel, hantierte besonnen und holte mit seinem zentralen König im Endspiel den Siegpunkt zum überraschenden Mannschaftssieg.

Nun kann das Gmünder Oberligateam die zentrale Schlussrunde in zwei Wochen in Stuttgart-Vaihingen ohne Druck genießen. Während es hier noch entscheidende Begegnungen um Auf- und Abstieg geben wird, kann das Stauferteam gegen seinen letzten Gegner Schmiden/Cannstatt locker aufspielen.

Impressionen: 
petr-velicka